Die Geschichte des Handballs

Handball05Man kann davon ausgehen, dass Handball wesentlich älter ist als Fußball. Erste Zeugnisse davon, dass Bälle im Spiel mit der Hand geworfen wurden, gab es schon in der Antike. Damals spielte man Urania (oder auch Harpaston genannt), das sowohl bei den Griechen als auch bei den Römern bekannt war. Es war nach heutigen Maßstäben eine Mischung aus Handball und Rugby. Aus Aufzeichnungen weiß man, dass Harpaston auf einem rechteckigen Spielfeld ausgetragen wurde, dass jeweils am Ende eine Art Torlinie hatte. Ziel war es den Ball über diese Linie zu bringen. Er dürfte wohl im Spiel nur mit der Hand geworfen werden, der Fuß war nicht erlaubt. Wie beim Rugby durfte man den Gegner aber auch stoppen, und körperliche Interaktionen waren Teil des Spiels. Als Ball diente eine Schweineblase.

Im 19. Und 20. Jahrhundert entwickelte sich dann das, was wir heute unter modernem Handball verstehen. Auch dem Netz-, Korb- und Turmball entwickelten sich Spiele, bei denen der Ball nicht mehr über eine Linie oder in ein Netz, sondern in ein Tor geworfen werden musste. Außerdem etablierten sich erste Regeln, nach denen man den Ball nur eine kurze Zeit (3 Sekunden) in der Hand halten durfte. Und: es durfte nicht mit dem Ball in der Hand gelaufen werden.

Als Vater des Begriffs Handball gilt der Turnlehrer Max Heiser, der damit eine Sportart für Frauen schaffen wollte – ihm erschien das moderne Fußball zu Körper betont. Nach seinen Regeln waren jegliche körperlichen Kontakte nicht erlaubt, man konnte den Ball nur im Flug oder bei Fehlpässen erringen.

Carl Schelenz entwickelte 1919 die Regeln dann für Männer und ließ Zweikämpfe zu. Wichtiger aber ist, dass er den Ball entscheidend verkleinerte und damit das Spiel schneller machte. Außerdem rückte damit der Wurf mehr in den Vordergrund. Viele andere Regeln wurden vom Fußball übernommen. Die erste deutsche Meisterschaft wurde 1921 ausgetragen, damals spielte man noch Feldhandball. Der Umzug in die Halle geschah in den 60er Jahren.

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